KINDERVEREINIGUNG HOHEN NEUENDORF e.V.

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Schneckenzeit und die Entdeckung der Langsamkeit

„Die Zeit ist ein so kostbares Gut, dass man es nicht einmal für Geld kaufen kann." (Israelisches Sprichwort)

Wir alle haben Zeit. Für jeden von uns hat der Tag 24 Stunden. Trotzdem scheint uns die Zeit stets davonzulaufen.
Versetzen wir uns in die Perspektive unserer Kinder. Für sie zählt nicht, ob die Stunde 60, 80 oder 100 Minuten hat. Ihr Zeitempfinden ist ein anderes als das der Erwachsenen. Kinder wollen am liebsten das tun, was ihnen Spaß bringt, was ihre Neugier befriedigt, was ihnen Wohlgefühl vermittelt. Und das am besten hier und jetzt. Nicht „gleich", nicht „später" - jetzt. Es ist gut, sich bewusst zu machen, dass Kinder anders „ticken".
„Entschleunigung" ist ein Modewort der Erwachsenenwelt. Kinder leben Entschleunigung von sich aus. Schauen wir ihnen davon etwas ab. Nehmen wir uns ihre Freude am Augenblick, am Hier und Jetzt ruhig öfter mal zum Vorbild. Die Welt um uns herum bricht deshalb nicht zusammen!

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Anja (36) baut am Strand mit Töchterchen Sandra (5) Sandburgen und ist mit ihren Gedanken weit weg. Hatte sie den Arzttermin festgemacht? Würde ihr altes Auto noch eine Zeit durchhalten? Wie könnte sie nebenbei noch etwas Geld verdienen? Kann Sandra ein paar Tage zu den Großeltern? Unvermittelt fragt sie ihre Tochter: "Möchtest Du bei Oma übernachten?" Die schaut sie verdattert an. "Mama , wir sind doch jetzt im Urlaub." Kinder praktizieren, was Erwachsene verdrängt haben. Sie leben im Jetzt.
Kinder können den Augenblick genießen und spüren ein Glücksgefühl. Erwachsene blicken oft in die Vergangenheit oder in die Zukunft. Psychotherapeuten wissen: Für manche ist das Wasserglas halb voll, für manche halb leer. Erstere nehmen das Leben leichter. Das heißt nicht, das Probleme und Sorgen totgeschwiegen werden. Es heißt nur, anders damit umzugehen. In guten Zeiten Kraft zu tanken, für schwierigere Zeiten.
Die Experten sprechen von einer Verinselung der Kindheit. Oft finden nur noch Begegnungen statt, die von den Erwachsenen vorgeplant und arrangiert wurden, die als Event gestaltet sind, einen zeitlichen Anfang und ein Ende haben, Termindruck machen. Kinderapfelfest oder Kinderchor, Kinderökogruppe oder Kinderoper, macht 135 Euro. Fürsorglichkeit der Eltern bedeutet, solche Alltagsterminpläne zu erstellen, oft sind sie getrieben vom Anspruch, ihre Kinder bestmöglich zu fördern. Eigeninitiative der Kinder ist geradezu suspekt geworden. Miteinander rumzuhängen gilt schon als verwahrlost.

Viele Eltern hätten gerne mehr Zeit für ihre Kinder zum Spielen, doch leider klappt das nicht immer. Dabei schadet es Kindern keineswegs, wenn sie lernen, dass Mama oder Papa nicht ständig als „Unterhalter" zur Verfügung stehen.

Eltern können nicht zur jeder Tageszeit mit dem Kind spielen und das sollte das Kind auch wissen

Behalten Sie im Hinterkopf, dass es bei der Zeit, die Sie mit Ihrem Kind verbringen, mehr auf die Qualität als auf die Quantität ankommt. Eine halbe Stunde intensives Spiel ist wertvoller für Ihr Kind als mehrere Stunden, die es quasi „nebenbei" bei der Hausarbeit mitläuft, ohne dass Sie wirklich richtig Zeit haben. Das hilft Ihnen, nicht so schnell in die „Schuldfalle" zu tappen, wenn sich Ihr Kind alleine beschäftigen muss. Haben Sie einmal überhaupt keine Zeit, wenn Ihr Kind mit Ihnen spielen will, sollten Sie das auch ehrlich sagen. Geben Sie nämlich widerwillig nach, wird es bemerken, dass Sie mit den Gedanken woanders sind oder innerlich auf dem Sprung sind. Das ist weder für Sie noch für Ihr Kind ein angenehmer Zustand. Auch Eltern brauchen manchmal dringend eine Pause, etwa wenn sie geschafft von der Arbeit kommen. Ein drei bis sechsjähriges Kind kann schon verstehen, dass Sie sich erst einmal ausruhen und nicht sofort mit ihm spielen wollen. Sie sollten es aber zumindest herzlich begrüßen, damit es sich nicht abgeschoben vorkommt. Erklären Sie ihm geduldig, dass Sie sich erst einmal hinsetzen wollen, dafür dann aber umso lieber mit ihm spielen werden.

 

 

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Ines Nowack Kitaleitung

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