KINDERVEREINIGUNG HOHEN NEUENDORF e.V.

Angebote für Familien seit 1992

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Unsere Regeln

berschrift 6
„Kinder lernen nicht einfach, was wir Erwachsenen wollen und wann wir es
wollen – sie lernen, wenn sie dafür bereit sind (und das entscheiden sie selbst)." Jesper Juul (dänischer Lehrer, Gruppen- Familientherapeut Konfliktberater und Buchautor)


Kinder brauchen Liebe, Zeit, Geborgenheit – und vor allem das Recht darauf, ihre Kindheit zu leben. Der Druck auf die Entwicklung unserer Kinder – auch schon in den Kitas – ist in den letzten Jahren immer größer geworden.

Regeln sind meist überflüssig, aber zumindest immer fragwürdig. Das gilt besonders, wenn wir eine Grenze nur setzen, damit es Grenzen gibt. In unserer Kita geben Grenzen und Strukturen uns Orientierung und Halt. Im Besonderen gilt das für das Zusammenleben mit anderen Menschen, das bedeutet meine Freiheit endet da, wo ich die Freiheit des Anderen beschneide. Diese Orientierung gilt ebenso für Erwachsene, als auch für Kinder.

s.5 regeln

Turne barfuß!

Barfußlaufen stärkt und trainiert die Fußmuskulatur. Diese Muskeln sind wichtig, weil sie das Quer- und Längsgewölbe an der Fußunterseite tragen. Verkümmern die Muskeln dagegen, kann sich das Gewölbe absenken. Die Folge sind Fehlstellungen. Barfuß laufen ist die beste Vorsorge gegen Senk-, Spreiz- und Plattfüße.
Barfußlaufen wirkt sich durch die Stimulation der Fußreflexzonen auch auf den restlichen Körper aus. Die gesamte Durchblutung wird gefördert, vermehrte Körperwärme freigesetzt und das Immunsystem gestärkt.
Gleichzeitig wirkt es sich positiv auf die gesamte Körperkoordination aus, das haben wissenschaftliche Untersuchungen an Grundschulkindern erwiesen.
Und nicht zuletzt ist Barfußlaufen ja auch ein sinnliches Erlebnis. Durch warmen Sand oder über weiches Moos wandern, die Grashalme zwischen den Zehen spüren - dieses Gefühl entspannt und "erdet", im wahrsten Sinne des Wortes. Die unterschiedlichen Sinneseindrücke schulen die Wahrnehmung und Aufmerksamkeit.

s.5 bild 1Bequeme Kleidung

Das Kind benötigt bequeme körpernahe Kleidung, in der es sich gut bewegen kann. Diese darf nicht einengen, Leggings sind besser als Strumpfhosen (wegen Barfußlaufen). Ein dünnes Shirt verhindert das Schwitzen, selbst im Winter. Nach Möglichkeit sollte die Kleidung so sein, dass das Kind sie ohne große Mühe (altersentsprechend) an- und ausziehen kann und Verletzungsgefahren verhindern (Reißverschlüsse, großen Knopfe, Bänder). Kleidchen und Röcke sind zwar schön, stören jedoch beim Klettern und Rutschen, so wie auch zu weite Hosen, die über die Füße hängen. Für das Spielen im Freien benötigt das Kind wetterentsprechende Kleidung, angefangen vom Sonnenhut, über Gummistiefel, wasserdichte Kleidung bis hin zu wasserundurchlässigen Schuhen.

s.5 bild 2Bedürfnisse der Kinder respektieren

z.B. Schlaf: Schlaf ist ein Grundbedürfnis. Der Körper und der Geist brauchen Erholung, um richtig funktionieren zu können. Zu wenig Schlaf macht auf die Dauer krank. Wie viel Schlaf ein Mensch braucht ist individuell verschieden und vor allem, wann man diesen Schlaf braucht. In unserer Kita wird das natürliche Müdigkeitsgefühl jedes Kindes beachtet, nur so kann auch jedes Kind sein individuelles Schlafbedürfnis kennen lernen und beachten.

s.5 bild 3z.B. ungestörte Kommunikation:
Häufig werden Gespräche von Kindern unterbrochen, weil Erwachsene es
eilig haben, oder ihre Kommunikation als wichtiger empfinden.
Oft ärgern sich Erwachsene, wenn die Kinder dazwischen reden, merken jedoch nicht, das sie selbst nicht anders kommunizieren. Uns ist es wichtig, dass Gespräche mit Kindern ernst genommen und nicht unterbrochen werden. Das trifft insbesondere auch in Situationen zu, in denen Kinder gewickelt, gefüttert oder gewaschen werden.
Achtet mal darauf, ihr werdet euch wundern!

s.5 bild 4z.B. ungestörtes Spiel
Das Spiel als Grundbedürfnis und damit auch Haupttätigkeit des Kindes
bietet einen großen Erfahrungsraum für jedes Kind, in dem es sich mit seinen
Gefühlen und Gedanken selbstbestimmt erlebt und mit seiner Umwelt auseinandersetzt.
"Kinder sollten mehr spielen, als viele Kinder es heutzutage tun. Denn, wenn man genügend spielt, solange man klein ist, dann trägt man Schätze mit sich herum, aus denen man später sein ganzes Leben lang schöpfen kann. Dann weiß man, was es heißt, in sich eine warme, geheime Welt zu haben, die einem Kraft gibt, wenn das Leben schwer ist." Astrid Lindgren Kinder bewältigen im Spiel die Aufgaben des Lebens. Sie verwandeln reale Ereignisse durch Nachspielen und tauchen dabei in eine andere Welt ab. Damit lernen sie, auf ihre Art mit der sie umgebenden Welt
umzugehen. Dafür benötigen sie die Regie.

s.5 bild 5z.B. Zeit für Eingewöhnung
Dabei orientieren wir uns an einer Eingewöhnungszeit von 4 Wochen Wir alle kennen das: Wenn wir an einen fremden Ort kommen, dann fühlen wir uns erst einmal verunsichert. Wir suchen nach Orientierungspunkten. Wenn wir diese dann gefunden haben, erweitern wir von da aus unseren Aktionsradius und erobern den Raum um uns herum. Ähnlich ist es bei Kindern. Sie spielen zunächst in eurer Nähe, versichern sich immer wieder, ob ihr noch da seid und entfernen sich nach und nach immer weiter von euch. Ihr seid ihre Orientierungspunkte, gebt ihnen Halt und Sicherheit.
Neben der Bezugserzieherin kann auch ein klar begrenzter Raum solch eine Sicherheit bieten. Bewegt sich das Kind in einem geschützten Raum, der keine Angst macht, kann es selbst
über Nähe und Distanz zu den begleitenden Elternteil und zu der BezugserzieherIn entscheiden und es kann sich auf andere Dinge konzentrieren. Die Eingewöhnung ist gelungen, wenn die ErzieherIn zur Bindungsperson in der Kita geworden ist nicht, wenn das Kind aufhört zu weinen. Für die Bildungsprozesse der Kinder ist eine stabile Bindung zu den Eltern sowie zur ErzieherIn eine wichtige Grundlage.

Weitere Regeln:

s.5.2 regeln  s.5 bild 6  s.5.1 regeln 
Lass dir und den anderen Zeit!   Nicht drängeln und nicht motzen!
s.5.3 regeln s.5 bild 7 s.5 bild 8
Tue nur das, was du dir zutraust, aber das tue!    

Die Sorge vieler Erwachsener, dass Kinder verunglücken und vielleicht von der hohen Leiter fallen könnten, ist verständlich. Doch diese Sorge entsteht eigentlich nur dann, wenn man Kindern nicht von Anfang an eine selbständige Bewegung ermöglicht, sie auf die Geräte hebt und ihnen die Hand reicht, wenn sie nicht gleich wieder hinunter finden. Es ist eher hinderlich für die selbständige Bewegungsentwicklung, wenn der Erwachsene eingreift, sobald das Kind signalisiert: "Ich kann es nicht allein".
Kinder, die weder zu Aktivitäten gedrängt werden, noch die in ihren Versuchen, selbständig Hindernisse zu überwinden, gebremst werden, suchen und finden Lösungen, die ihrem Entwicklungsstand entsprechen. Dazu ist eine vertrauensvolle Grundhaltung notwendig. Wir sollten erst einmal abwarten, welchen Weg das Kind wählt und zuschauen, wie es mit den Schwierigkeiten umgeht. Wenn es zu gefährlich wird, kann man sich in die Nähe stellen und dem Kind durch unsere Anwesenheit Sicherheit signalisieren: "Im Notfall bin ich da und helfe dir, wenn du nicht mehr weiterkommst."
Kinder, die sich zu viel zutrauen, sollte man anregen, am Boden zu beginnen und nicht gleich von der höchsten Stufe der Leiter aus zu probieren. Man kann solche Kinder unterstützen, indem man sie fragt, wie sicher sie sich fühlen. Wenn ein Kind z.B. auf der obersten Sprosse der Leiter steht, wäre es ein Indiz für sein sicheres Gefühl, dass es frei stehen und sich ohne Angst umschauen kann, den anderen zuwinkt und sich vielleicht traut, den Pullover dort oben auszuziehen.
Viele Erwachsene - Eltern und ErzieherInnen - sind irritiert und stellen fest, dass es ihnen schwer fällt, nichts zu tun. Manche finden es ganz angenehm, das Kind nicht immer "bespielen" zu müssen. Andere merken, dass zu Hause nicht die richtigen Spielzeuge vorhanden sind. Zu Hause räumen die Kinder alles aus, die Sachen bleiben verstreut auf dem Boden liegen. Das Kind kann sich nicht ins Spiel vertiefen, es langweilt sich und will unterhalten werden.
Es ist wichtig, dass wir Erwachsenen eine andere Haltung gegenüber Kindern einnehmen. Jedes Kind hat sein eigenes Bewegungsmuster. Gefühle kommen durch Spiel und Bewegung zum Vorschein. Gerade in den ersten drei Lebensjahren ist Bewegung Motor der Entwicklung. Kinder brauchen Erwachsene, die sie begleiten, ohne vorschnell in ihre Aktivitäten einzugreifen. Sie brauchen Anteilnahme, kein übertriebenes Lob. Vertrauen, Geduld und Gelassenheit sind elementare Voraussetzungen, die wir als Erwachsene den Kindern entgegenbringen müssen. Andrea von Gosen über ihre Arbeit nach Pikler und Hengstenberg

 

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